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Hunde von Canalba
Am 4. Oktober 2004 hatten wir Gelegenheit Canalba zu besuchen. Es ist für unsere Verhältnisse nicht vorstellbar. 350 Hunde leben in Gruppen in selbstgebauten Gehegen, zum großen Teil frei auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofes in zu Hundehütten umfunktionierten Müllcontainern. Charlotte und Teresa, gelegentlich von einigen Frauen unterstützt, können die vielen Hunde nur durch bezahlte Helferinnen mit Futter versorgen und die Gehege reinigen. Für Pflege oder mehr als gelegentliche Zuwendungen bleibt einfach keine Zeit und es fehlen die finanziellen Mittel dafür. Viele Hunde kamen zu uns, um einige Streicheleinheiten zu bekommen, liefen uns lange noch nach. Es fehlt allen an menschlicher Zuwendung und Kontakten. Man hat immer den Eindruck, sie hoffen mitgenommen zu werden. Viele Hunde sind sehr zutraulich, manche ängstlich und scheu, einige krank, viele schon alt, ein Hund war blind. Aber alle werden wenigstens versorgt, auch medizinisch betreut, haben ein Dach gegen die brennende Sonne und Schutz vor Regen, brauchen wenigstens nicht zu hungern. Ein Hund war total abgemagert, ängstlich, wollte nicht fressen. Eine junge Tierärztin hilft Canalba, untersucht die neuen Hunde oder hilft den kranken Hunden. Immer fehlt Geld, um mehr als das Nötigste zu machen.Auch alte Hunde, die kaum zu vermitteln sind, werden noch operiert, wenn es notwendig ist. Eine große Hilfe ist die Vermittlung von Hunden nach Deutschland und in die Schweiz. Aber auf jeden vermittelten Hund kommen zwei neue Hunde, die meist einfach vor dem Tor abgeladen oder von Tierfreunden aus erbärmlichen Verhältnissen befreit und zu Canalba gebracht werden, damit sie wenigstens leben können, und nicht unter Qualen verenden. Canalba braucht noch viel Hilfe, damit es dort weitergehen kann. Es wäre schade, wenn aus finanziellen Gründen diese Hundehilfe vor Ort aufgeben müßte. Im Herbst 2007 hatten wir wieder Gelegenheit in unserem Italien-Urlaub einen Abstecher nach Alba Adriatica zu machen, um Charlotte und Canalba zu besuchen. Es waren zu dieser Zeit nur noch ca. 270 Hunde dort und seit unserem letzten Besuch 2004 sind einige Gehege hinzugekommen, sodaß nicht mehr so viele Hunde ohne Schutz vor Sonne und Regen frei auf dem Gelände leben mussten. Wir bedanken uns bei Theresa, die uns wieder durch die Anlage geführt und vieles erklärt hat, ebenso bei Charlotte, die sich eine halbe Stunde Zeit genommen hatte, uns von den vielen Problemen vor Ort zu berichten, von den immer noch andauernden Anfeindungen wegen angeblicher Hundeverkäufe für Tierversuche, den bürokratischen Auflagen der Behörden, die Charlotte viel von ihrer Zeit kosten, dazu der chronische Geldmangel und die langanhaltende Hitzeperiode, die einen schafft und die Last der ständigen Ungewissheit, wie und ob es weitergehen wird, da in dieser Situation immer nur für die nächsten Tage geplant werden kann. Wir bewundern Charlotte, wie sie immer wieder die Energie aufbringt, durchzuhalten und weiterzumachen und werden weiter versuchen, sie und die anderen guten Engel von Canalba zum Wohl der Hunde dort so gut wir können zu unterstützen. zurück zur Startseite ein weiterer Bericht aus Canalba Informationen über die Flutkatastrophe in Canalba